Quelle: Wetzlarer Neue Zeitung/mittelhessen.de vom 13.04.15

Aßlar-Werdorf (hp). Mit ihrer 6. Werdorfer Whiskynacht konnten die 22 Werdorfer Whiskyfreunde (WWF) des Vereins für Heimatgeschichte einen riesigen Erfolg einfahren. In dem und rund um das altehrwürdige Schloss wimmelte es von Besuchern, die das sehr individuelle Gerstengetränk lieben oder noch zum Liebhaber werden wollten.

Stilecht gekleidet informiert Angelo Brouw über die edlen Tropfen - und gewährte natürlich auch Kostproben. (Fotos: Pöllmitz)


Tanz in allen Räumen war angesagt und die Zahl der Gäste nicht zu schätzen. Treppauf, treppab bewegte sich ein steter Menschenstrom, der ganz nebenbei auch noch das Museum kennenlernte.

Volles Haus im und am Werdorfer Schloss vermeldeten die Veranstalter.


Im Erdgeschoss, im "Tante-Emma-Laden", wurden Whiskys der Lowlands und der Speyside ausgeschenkt. In der Spinnstube im 1. Obergeschoss waren die Highlands und Campbeltown vertreten und in der Sonderausstellung darüber wurden Islay und die Inseln präsentiert.

Im "Tante-Emma-Laden" schenkte Uli Rinker ordentlich aus.

Nicht nur in der alten Bauernküche drängten sich die Besucher

In der alten Bauernküche drängten sich die Interessenten, die Produkte der schottischen Tomatin Distillery kosten wollten. Hier gab es noch einmal etwa 15 Sorten, neben den rund 60, die im Haus und in der Schmiede, wo Irland und "der Rest der Welt" vorgestellt wurden, auf ihre Fans warteten. "Su vill Leu hun aich em Schloss noch nie geseh'" konnte man aus der Menge hören. Wohl wahr, denn ob zwischen Lockenwicklern und Trockenhauben in der Frisierstube, zwischen Webstühlen oder im Klassenzimmer - überall tummelten sich Menschen, wobei keine Hektik aufkam. Gemütliche Atmosphäre herrschte allenthalben,

Nicht zuletzt, weil im Hof Jörg Reddig mit seinem Dudelsack die schönen alten Lieder wie "Scotland the Brave" oder "Amazing Grace" aufspielte und im Schlosskeller Steffen Kuhl zur Gitarre ebenso bekannte Lieder anstimmte und seine Zuhörer in Pubstimmung versetzte. Es stimmte alles.

Wer den Whiskyfreunden beim Einschenken zuhörte, konnte neben dem Genuss der in den verschiedensten Gold- und Brauntönen schimmernden Flüssigkeit eine Menge lernen. Nirgends in der Region hat man die Möglichkeit, in so breitem Umfang das Lieblingsgetränk der Schotten und Iren kennenzulernen, das in dieser Form nur in deren Destillen hergestellt wird.

Fazit vorweg: Whisky ist eine Wissenschaft für sich und bringt immer neue Geschmäcker hervor, die nur durch individuelle Verkostung spezifiziert werden können. Daher gab es für jeden ein Blatt für Tasting-Notizen, um später auch noch zu wissen, was man getrunken hat, ob es zum Beispiel nach Mandeln, Eiche oder leicht rauchig riecht und ob es leicht süß, weich, fruchtig oder auch torfig schmeckt.

"Was mir ganz wunderbar schmeckt, ist für den nächsten vielleicht ein Graus", weiß Michael Rehberg von den Whiskyfreunden. Deshalb ist es auch nicht einfach, einen Anfänger in die Geheimnisse einzuweihen.

Eine Auswahlkomponente ist mild oder kräftig. Ein drei Mal destillierter Whisky ist milder als einer, der weniger oft gebrannt ist. Auch das Alter spielt eine Rolle: Ein "junger Wilder", der noch keine 15 Lenze gesehen hat, ist kräftiger als ein lange gelagerter, gemäßigt milder Alter. "Natürlich kommt es auch auf die Lagerung an", weiß Rehberg. Meistens reift Whisky in einem Bourbon-Fass, kann aber auch in einem Madeira-, Sherry- oder Weinfass ruhen. Wird ein Whisky in ein anderes Fass umgefüllt, nennt man dies "finishing", will heißen, der ihm bereits eigene Geschmack wird durch die Geschmacksstoffe des anderen Fasses, die im Alkohol gelöst werden, abgerundet.

Für einen Anfänger ist es schwierig, einen Überblick zu bekommen

Weiteres Kriterium sind die Prozente. Die meisten Whiskys werden mit 40 Prozent verkauft und deshalb verdünnt. "Man kann aber auch eine Abfüllung direkt aus dem Fass bekommen, die dann schon mal mehr hat", sagt Rehberg. Der Stärkste am Samstag hatte 67,5 Prozent.

"Wir verkaufen auch eine Abfüllung, die eigens für diese Nacht bestimmt ist - unter unserem eigenen Label", zeigte sich der Kenner stolz.

Trinkt man ohnehin zwischen zwei Whiskys schon ein Glas Wasser zur Neutralisierung, kann man dem guten "Stöffchen" auch mit der Pipette Wasser hinzugeben. "Manchmal reicht ein Tropfen, um einen völlig anderen Geschmack zu bekommen."

So ein Anfänger hat es eben ganz schön schwer und auch für Fortgeschrittene ist es nicht leicht, deshalb kann man auch schnell ins Philosophieren kommen. Wer in diesem Jahr nicht den "Taste" gefunden hat, der ihm vorschwebte, kann im kommenden Jahr aufs Neue die Whiskynacht nutzen und weitere Kniffe kennenlernen, wie man diese Spirituose "verfeinern" kann oder lernen, was ein blended Whisky ist oder was ihn vom Single Malt unterscheidet oder wie man einen bestimmten Geschmack erhält oder, oder, oder ...

Neu: Virtueller Rundgang durch das Werdorf Schloss

Virtueller Rundgang

 

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